„der erste Triumph der Kulturhauptstadt”
Gudrun Norbisrath, WAZ vom 02.03.2010
-
„Es findet tatsächlich ein kleines Theaterwunder statt - aber zwischen den Aufführungen. Denn was dem Theater nur noch selten gelingt, die Bildung einer Gemeinschaft, die den Zuschauer nicht ausschließt, das Angebot eines kollektiven Erlebnisses, das nicht nur die Theatermacher umfasst, das scheint hier zu gelingen: Wildfremde Menschen reden miteinander, im Bus, in den Theaterpausen, beim „Großen Gastmahl”, dem gemeinsamen Essen in einer Industriehalle, abends bei den Gastgebern oder auf dem Rhein-Herne-Kanal, wenn ein Ausflugsschiff die Karawane von Gelsenkirchen nach Duisburg bringt. Sie reden natürlich nicht nur über die Stücke. Sie reden über die Städte, durch die man fährt, über sich und über ihr Leben. Mag sein, dass die postdramatische Theaterkarawane eine am Reißbrett ausgeklügelte List war. Aber sie hat auf Anhieb funktioniert.”
Hubert Spiegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.03.2010
-
„Im Theater sieht der Teilnehmer zeitgenössische Interpretationen der Odyssee, der Geschichte also eines Fremden, der zu Fremden kommt - und abseits des Theaters ist er selbst ein solcher Fremder, der zu Fremden ins Auto steigt und bei Fremden übernachtet. Im Theater ist er Zuschauer, abseits des Theaters ist er Akteur. Einer, der vielleicht gar nicht ins Theater zurückkehrt - sondern sich mit seinem Gastgeber verquatscht, zum Beispiel beim Bier in irgendeiner Ruhrpottkneipe.
Für andere Theaterprojekte wäre das ein Drama, nicht jedoch für die “Odyssee Europa”: Eine Freundschaft zwischen Fremden, das wäre ein Happy End.”
Tobias Becker, Spiegel online vom 27.02.2010
