Erzähler, Dramatiker, Essayist und Reportagefotograf, geboren 1942 in Budapest. Nádas arbeitete zunächst als Fotoreporter und Journalist, bevor er 1969 seinen ersten Band mit Erzählungen veröffentlichte.
Obschon Nádas ausdrücklich darauf hinweist, dass er sich nicht als politischer Autor versteht, wurde die Veröffentlichung seines ersten Romans „Ende eines Familienromans“, der ins Ungarn der Schauprozesse führt, über mehrere Jahre verhindert. Er erschien erst 1977, da Nádas als Chronist der totalitären Außenwelt der ungarischen Zensur als unerwünschter Autor galt. Ende der 1980er Jahre entstand die Dramen-Trilogie „Ohne Pause“, die die Themen von gesellschaftlicher Repression und Zensur aufgreift.
Zehn Jahre hat Péter Nádas an seinem Opus magnum „Buch der Erinnerung“, das 1991 erschien, gearbeitet, mit dem er sich in die Literaturgeschichte eingeschrieben hat.
Im gleichen Jahr erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, 1995 folgte der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Im Jahr 2003 wurde ihm der Franz-Kafka-Preis verliehen. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass seine Werke „vor allem von Humanismus und Toleranz geprägt“ seien.
2005 erschien der dreibändige Roman „Parallelgeschichten“, an dessen Entstehung Péter Nádas insgesamt 18 Jahre gearbeitet hatte und der die Geschichte einer ungarischen und einer deutschen Familie anhand scheinbar zusammenhangloser Episoden durch das 20. Jahrhundert nachzeichnet. Nádas lebt in Budapest und im kleinen Dorf Gombosszeg.
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Weitere Werke
‹In Gottes Hand›
Zwei Kapitel aus einer Chronik
1996
‹Heimkehr›
Vom Schreiben am „Buch der Erinnerung“
1997
‹Von der
himmlischen und
der irdischen
Liebe›
1998
‹Der Lebensläufer›
Ein Jahrbuch
1999
‹Liebe›
Eine Erzählung
2000
‹Minotaurus›
Erzählungen
2001
‹Heimkehr›
Essays
2002
‹Schöne Geschichte
der Fotografie›
2003
‹Der eigene Tod›
2004
‹Freiheitsübungen›
und andere Kleine Prosa
2006
‹Behutsame Ortsbestimmung›
2007
‹Spurensicherung›
2008
‹Heute›
Erzählung
und Fotografien
2008 |